Ratgeber Massivholzparkett im Vergleich mit Fertigparkett

Parkett ist ein faszinierender Bodenbelag, denn wie der Holzboden konkret aufgebaut ist, kann ganz unterschiedlich ausfallen! Der kleinste gemeinsame Nenner ist bei Parkett, dass die oberste Schicht bzw. Decklage aus Holz besteht. Davon abgesehen, gibt es viele Varianten beim Aufbau. Zwei grosse „Familien“ sind das Massivparkett und das Fertigparkett. Zuerst gab es das Massivparkett: schlussendlich die Verwendung von massiven Holzelementen, verschiedentlich zusammengefügt, zu einem Bodenbelag. Da jedoch ein erlesenes Holz sehr teuer sein kann, kam man irgendwann auf die Idee, lediglich die oberste Deckschicht mit einem dünnen Furnier aus dem kostbaren Edelholz zu verwenden, und darunter eine Trägerschicht aus einem günstigeren Material zu verwenden. Als dann irgendwann noch die Klickverbindung hinzukam für eine einfache schnelle Verlegung ohne Leim, war ein Parkettboden geboren, der schon bald zum meistverkauften Holzboden aufstieg! Dennoch hat Massivparkett immer noch seinen Platz und ist unter bestimmten Bedingungen nach wie vor die beste Wahl. Im Folgenden vergleichen wir Fertigparkett mit Massivparkett und betrachten die jeweiligen Vorteile!

Massivparkett und Fertigparkett im Vergleich


Massivholzparkett im Porträt

Wie der Name schon verrät, kommen bei Massivholzparkett massive Holzelemente zur Anwendung. Dies sind typischerweise kleine Holzstäbe oder Holzlamellen. Eigentlich sind auch die sogenannten Massivholzdielen – grosse massive Holzbretter – im Prinzip ein Massivholzparkett, doch werden sie oft als eigene Bodensorte behandelt. Aus diesem Grund gehen wir nicht näher darauf ein, empfehlen Massivholzdielen aber als interessante Alternative zu den hier aufgeführten Parkettarten. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen die klassischen Massivparkett-Typen!


Welche Varianten bietet Massivparkett?

Stabparkett

Fischgrätmuster
Sicherlich haben Sie schon einmal einen Parkettboden mit Fischgrät-Optik gesehen. Diese Parkettoptik wird durch das Verkleben einzelner Parkettstäbe mit einer typischen Stärke von 10 mm bis 22 mm erreicht. Tatsächlich ermöglichen die kleinen Parkettstäbe ganz unterschiedliche Anordnungen und Muster – schon allein beim Fischgrät gibt es verschiedene Varianten, z.B. französischer oder ungarischer Fischgrät-Verbund, bei dem die Dielen nicht im 90 °-Winkel, sondern mit 60 ° zueinanderstehen. Naheliegenderweise eine besondere Herausforderung für den Parkettverleger!

Verband-Muster
Doch es gibt noch viele weitere Anordnungen: englischer Verband (parallel verlaufend und versetzt angeordnet), wilder Verband (mehr Dynamik statt exakt auf halber Höhe versetzt) oder Parallelverband (exakt übereinander gesetzte Stäbe). Diese „einfachen“ Verbände können noch durch im 90 °-Winkel versetzte Stäbe ergänzt werden, etwa der Leiterverband oder auch der altdeutsche Verband.

Würfel- bzw. Tafelmuster
Hier werden quadratische Würfel erzeugt durch parallel verlegte Parkettstäbe. Die einzelnen Würfel werden voneinander abgegrenzt durch das jeweilige Verlegen der „Nachbarwürfel“ im rechten Winkel versetzt.

Welches Muster sollte ich wählen?
Welches der genannten Verlegemuster Sie aussuchen, ist natürlich keine rein willkürliche Bauchentscheidung, sondern sollte unter verschiedenen Gesichtspunkten her angegangen werden. Wichtig ist, Form, Grösse und Zuschnitt des Zimmers sowie die geplante Nutzung des Raumes einzubeziehen, ferner den Einfall des Lichts oder den grundsätzlichen Stil der Einrichtung. Einerseits kann ein Raum durch ein raffiniertes Verlegemuster enorm aufgewertet werden, andererseits gibt es auch Räume, wo eine derartige Optik gar nicht zur Geltung käme und eher „verschenkt“ wäre, etwa bei kleinen Räumen und/oder mit vielen Möbelstücken.

Stabparkett verlegen – lieber dem Fachbetrieb überlassen
Grundsätzlich ist das Verkleben einzelner Parkettstäbe zu einem edlen, traditionsreichen Bodenbelag eine Aufgabe, die Sie lieber einem entsprechenden Fachbetrieb anvertrauen sollten!

Industrieparkett bzw. Hochkantlamellenparkett

Hier werden kleine, dünne Lamellen aus Massivholz hochkant verklebt. Die ausgeprägte Aufbauhöhe von ca. 10 mm erlaubt ein mehrfaches Abschleifen (man vergleiche mit typischen 2,5 mm Nutzschicht bei Fertigparkett!). Gleichzeitig ist die gesamte Bodenkonstruktion äusserst fest und stabil – perfekt für Tanzsäle und andere, stärker beanspruchte Bodenbereiche im öffentlichen Raum. Gleichzeitig ist es vergleichsweise günstig – bei Verwendung von dünnen Holzlamellen steht weniger im Vordergrund, besonders edle Hölzer mit erlesenen Furnieren zu verwenden! Nur die Verwendung im Zusammenhang mit einer Fussbodenheizung ist kritisch, doch die dicke Holzschicht ist an sich bereits eine gute Dämmung mit entsprechender Wärme.

Mosaikparkett

Wie beim Hochkantlamellenparkett werden massive Holzlamellen verlegt, nur nicht hochkant, sondern flach. Dennoch bietet es mit knapp 8 mm Dicke eine hohe Widerstandskraft und lässt sich mehrfach abschleifen. Optisch etwas ansprechender als Industrieparkett, ist es eine interessante Lösung für den Privathaushalt, der einen robusten langlebigen Parkettboden mit einer lebendig-dynamischen Optik sucht. Vor allem bei abwechslungsreichen Holzfarben der einzelnen Holzstäbchen ergibt sich ein spannender Look.


Was genau ist Fertigparkett?

Eigentlich bezeichnet Fertigparkett einen bereits werkseitig endbehandelten Parkettboden, doch mittlerweile hat es sich eingebürgert, darunter das praktische dreischichtige Klick Parkett zu verstehen, welches sich ähnlich einfach wie Laminat oder Fertig-Vinyl ohne Verklebung verlegen lässt. Strenggenommen gehören aber auch Zweischichtparkett dazu, welches verklebt werden muss, und sogar das edle Tafelparkett, bei dem kunstvolle Muster aus verschiedenen Holzanteilen auf einer Tafel zusammengesetzt sind. Im Folgenden möchten wir aber nicht der „akademischen“ Definition folgen, sondern der etablierten Praxis, und Ihnen das am weitesten verbreitete dreischichtige Fertigparkett vorstellen!


Welche Varianten und Ausführungen gibt es von Fertigparkett?

Die verschiedenen Varianten von Fertigparkett haben grundsätzlich folgenden Aufbau: eine dünne Nutzschicht, bestehend aus einem edlen Holzfurnier mit einer typischen Stärke von 2,5 mm bis 4 mm, darunter eine Trägerschicht (klassisch Vollholzstäbchen, besonders hochwertig eine Sperrholz-Mittellage), zuletzt ein Gegenzug, welcher das Parkett in Form hält in Bezug auf die typischen Quell- und Schwindbewegungen des lebendigen Werkmaterials. In die Mittellage sind Klickverbindungen eingearbeitet – je nach Hersteller von unterschiedlicher Verbindungsqualität. Ansonsten gibt es folgende Unterscheidungskriterien und Varianten bei Fertigparkett, die sich nahezu beliebig kombinieren lassen: Das Resultat ist eine schier endlose Bandbreite an möglichen Fertigparkett-Designs!

  • Holzart: Jede Holzart ist unterschiedlich auf verschiedenen Ebenen. In Bezug auf die Optik sind es die Farbe des Holzes bzw. das Farbspiel, die Maserung und auch Struktur von Jahresringen, holztypische Merkmale (mehr oder weniger ausgeprägte Risse und Astlöcher) ... Auch die Härte des Holzes wird von den Herstellern gerne angegeben, doch im Grunde genommen sind fast alle bekannten Parketthölzer ausreichend hart und strapazierfähig für die Verwendung als Bodenbelag. Besonders beliebt ist Eiche Parkett – die Eiche erweist sich als enorm variantenreich und ist dominiert klar den Parkettmarkt. Doch auch andere Holzarten von Esche und Ahorn über Walnuss bis Kirsche sind einen Blick wert!
  • Sortierung: Bei Holz wird nach Qualitäten sortiert in Hinblick darauf, wie makellos und „fehlerfrei“ die Oberfläche ist. Hier haben wir „fehlerfrei“ bewusst in Anführungszeichen gesetzt, denn „Fehler“ wie Astlöcher, Risse und Farbabweichungen lassen das Holz besonders rustikal und natürlich wirken. Nicht zuletzt möchte man ja meist, dass man bei Wahl eines Naturbodens diesem seine natürliche Herkunft auch ansieht! Nichtsdestotrotz können Sie zwischen verschiedenen Abstufungen bei der Sortierung wählen von elegant und ruhig bis herb-markant rustikal.
  • Dielenformat / Dielenoptik: Eine einzelne Parkettdiele kann entweder vollständig zusammenhängend sein mit einem durchgehenden Holzfurnier (Landhausdiele), oder mit 2-3 Reihen an Stäben (Schiffsboden) besetzt sein. Im Trend liegen seit einiger Zeit die grossformatigen Landhausdielen – auch der etwas höhere Preis bei „Parkett Landhausdiele“ hält die Einrichtungsliebhaber nicht ab, diesen optisch besonders beeindruckenden Bodenbelag zu wählen. Doch bei kleineren Räumen oder auch Zimmern, die von einer lebhaften Optik profitieren – z.B. Kinderzimmer oder Arbeitszimmer – sind 2- oder 3-Stab-Schiffsboden eine gute Idee.
  • Oberflächenbearbeitung: Die Oberfläche von Parkett kann auf die unterschiedlichsten Weisen bearbeitet werden, um dem Parkettboden eine besondere Note zu geben. Verschiedene Weisen der Strukturierung vom Bürsten bis Hobeln heben die Natürlichkeit des Parketts hervor und – je nach Ausführung – seinen exklusiven Manufaktur-Charakter. Beim Bürsten werden weiche Holzanteile herausgelöst und so bestimmte Holzanteile wie die Jahresringe hervorgehoben. Beim Hobeln werden dem Parkett prägnante, spürbare Oberflächenstrukturen verliehen – ein Genuss nicht nur für das Auge, sondern auch beim Barfussgehen! Weiterhin gibt es verschiedene Veredelungen zum Schutz des Parketts, vom widerstandsfähigen Lack bis zu Naturöl und Wachsen.

Massivholzparkett & Fertigparkett im abschliessenden Vergleich

Welcher Parkettvariante sollten Sie den Vorzug geben? Tatsächlich ist es so, dass Fertigparkett durch die einfache Verlegung – auch für den Heimwerker – und den vergleichsweise günstigen Anschaffungspreis für die meisten Einrichtungsliebhaber die erste Wahl darstellt. Im Verbund mit der schwimmenden Verlegung spart man Parkettkleber und den in aller Regel notwendigen Verlegebetrieb. Andererseits kann man edles Massivparkett auch als Investition sehen. Das Geld ist nicht „verloren“, sondern steckt ausgesprochen wertstabil in Ihrem Bodenbelag, und die Freude daran ist die tägliche Dividende. Die Möglichkeit, Massivparkett mehrfach abzuschleifen, macht es zu einem ausgesprochen langlebigen Bodenbelag. Fertigparkett können Sie hingegeben jederzeit nach Wunsch und recht einfach austauschen, um einen neuen Stil in Ihrem Zuhause zu verwirklichen. Dieser Tapetenwechsel alle 10-20 Jahre hat durchaus seinen Reiz!

Sie wissen immer noch nicht, für welche Parkettvariante Sie sich entscheiden sollen? Dann besuchen Sie doch einmal Ihren lokalen HolzLand-Partner Schweiz und lassen sich umfassend beraten von unseren Bodenexperten! Im Zuge dessen können wir Ihnen auch die verschiedenen Parkettarten im „Original“ vorstellen. Als Holzhandel bieten wir natürlich eine besonders hohe Kompetenz beim Thema Parkett und das entsprechende Parkett-Sortiment!

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