Wandverkleidung Ratgeber

Eine Wandverkleidung spielt oftmals beim Innenausbau eine untergeordnete Rolle und ist – im Gegensatz etwa zu Böden und Türen – eher „optional“. Gleichzeitig bietet gerade eine Wandverkleidung aus Holz oder anderen Materialien die Chance, attraktive Akzente zu setzen. Gleichzeitig ermöglichen eine Wandvertäfelung und/oder Deckenpaneele, besondere Funktionen zu erfüllen über den rein optischen Nutzen hinaus. Zusammengefasst kann man vorwegnehmen, dass Wandverkleidungen einerseits ein bisschen mehr Erfahrung und Fingerspitzengefühl benötigen, um gelungen eingesetzt zu werden, aber andererseits spannende Möglichkeiten der Innenraumgestaltung eröffnen und interessante funktionale Mehrwerte bieten.

Ratgeber moderne Wandverkleidung: unsere Themen:


Welche Vorteile bieten Wandverkleidung & Deckenpaneele?

Eigene optische Akzente

Wenn man so möchte, sind Decken- und Wandverkleidungen ein weiterer Pfeil im Köcher des versierten Inneneinrichters, um ein stimmiges und interessantes Ambiente zu schaffen. So lässt sich mit einem Wandpaneel eine bestimmte, zentrale Wand hervorheben oder ein bestimmter Abschnitt davon. So lässt sich ein Raum optisch gliedern bei Bedarf. Vielleicht möchte man auch eine hübsche, halbhohe Wandverkleidung im skandinavischen Stil montieren – etwa mit dem schönen Kontrast von knackiger Wandfarbe und weisser Paneele. Es ist erstaunlich, wie viele Möglichkeiten es gibt, die Wände ansprechend zu verkleiden! Wichtig nur, dass man das Ambiente nicht optisch „überlädt“, sondern dessen Elemente gut ausbalanciert.

Dämmung von Schall und Wärme

Eine Wandverkleidung kann dazu dienen, den Raumschall zu reduzieren. Interessanter ist noch – speziell beim Dachbodenausbau – dass man hinter die Wandvertäfelung eine Dämmung einbringen kann! Auch eine abgehängte Decke mithilfe von Deckenpaneelen kann helfen, weniger Wärmeenergie zu benötigen.

Robust und pflegeleicht

Eine Wandverkleidung ist – insbesondere bei robusten Dekorpaneelen – ein guter Schutz vor Beschädigungen der Wand, im Gegensatz etwa zu einer empfindlichen Tapete. Dies kann z.B. in der Küche, aber auch insgesamt bei einem Haushalt mit lebendigen Kindern und/oder Haustieren eine Rolle spielen. Gleichzeitig lassen sie sich leicht reinigen.

Verbergen von Haustechnik

In den modernen Häusern unserer Zeit wird viel Technik verbaut von Steuerungskonsolen für Heizung & Co. über Kabel bis Musikboxen. Mit einer Wandverkleidung lassen sich diese entweder dezent versenken oder ganz verbergen. Selbst Heizungsrohre lassen sich elegant umkleiden.

Integration von LED-Strahlern

Sehr beliebt für den Einbau von LED-Spots und den zugehörigen Kabelführungen sind Deckenpaneele, doch auch die Integration von Leuchten oder auch verglasten Deko-Boxen in die Wandverkleidung ist nicht untypisch.

Kaschierung von unschönen Stellen

Vielleicht ist die alte Tapete mit Blümchenmuster nicht mehr ihr Geschmack, oder die Wand weist an bestimmten Stellen gröbere Beschädigungen oder hartnäckigen Schmutz auf. In diesen Fällen kann eine Wandverkleidung eine effektive Lösung darstellen!


Welche Varianten gibt es für die Wandvertäfelung?

Schlussendlich gibt es drei Hauptvarianten bei Wand- und Deckenpaneelen bzw. Vertäfelungen:

  • Mehrschichtige Paneele mit Dekoroberfläche: Diese ähneln im Aufbau einem Laminatboden (Deckschicht, Trägerplatte und schützende Rückseite). Es gibt eine robuste, dekorative Melaminharzoberfläche, welche Stein-, Holz-, Uni- und Fantasiedekore haben kann. Diese Variante ist zweifelsohne die verbreitetste, da sie einen günstigen Preis mit Alltagstauglichkeit und schöner Optik verbindet.
  • Mehrschichtige Paneele mit Echtholzfurnier: Eine hochwertige Variante, allerdings immer seltener gefragt. Hier ist es im Vergleich zum Dekorpaneel statt einer Dekoroberfläche ein echtes Holzfurnier, welches die Aussenseite kleidet.
  • Profilhölzer: Diese Bretter mit Nut- und Federverbindung bestehen vollständig aus massivem Holz. Das massive Holz wirkt sich positiv auf das Raumklima aus und verbreitet je nach Holzart einen angenehm natürlichen Duft.

Welche Highlights und Trends gibt es bei der Wandverkleidung?

In unseren alpinen Breitengraden wird ein traditionelles Ambiente mit echtem Holz besonders geschätzt – gerne kunstvoll gemischt mit modernen Einrichtungselementen. Das Holz sorgt für Behaglichkeit, ein minimalistischer Einrichtungsstil für Weite, Luftigkeit und Klarheit. Gerne wird eine Wand besonders plastisch hervorgehoben, sodass die Wandverkleidung keine plane Ebene bildet, sondern einzelne Elemente hervorspringen. So gibt es Steindekorpaneele, bei denen die einzelnen „Steine“ unterschiedlich hervorspringen. Als Äquivalent gibt es edle Holzverkleidungen mit gehacktem Altholz, welche eine sensationelle rustikale Atmosphäre schaffen! Am verbreitetsten sind aber weisse Vertäfelungen, welche mit einer zart durchschimmernden Holzmaserung attraktiver wirken als eine „langweilige“ weisse Tapete!


Worauf achten bei Wand- und Deckenvertäfelung?

Die einzelnen Elemente einer Wandverkleidung bilden durch ihre Fugen oder auch die Maserung gewisse Linien, welche sich auf die Raumoptik auswirken. Querlinien lassen einen Raum breiter wirken, hochkant montierte Elemente stauchen optisch die Raumoptik. Dies gilt es, zu berücksichtigen, wobei ein Querverlauf von Wandverkleidungen eher die Regel ist. Dies liegt schon allein daran, dass einfallendes Licht bei den Fugen zu einem Schattenwurf führt, was bei hochkant montierten Paneelen nachteilhaft sein kann. Was die Helligkeit der Paneele betrifft, kann man grob sagen: Helle Vertäfelungen für niedrige, kleinere Räume, dunkle Paneele eher bei grossen, hohen Räumen.


Welche Wandverkleidung für Feuchträume?

In Feuchträumen, aber auch in einer Küche mit hoher Dampffreisetzung müssen unbedingt dafür geeignete Wandpaneele und Deckenpaneele verbaut werden. Der Holzwerkstoffträger von Paneelen kann aufquellen, und Massivholzpaneele können sich verziehen durch einseitige Feuchtigkeitseinwirkung. Vor allem hinter der Vertäfelung kann sich Feuchtigkeit sammeln und zu Schimmel führen. Deshalb ist auch eine geschlossene Paneelfläche wichtig, aber auch eine Konstruktion mit Hinterlüftung. Eine Konterlattung (siehe unten bei „Montagemöglichkeiten“) hilft, Luftstaus zu vermeiden. Das Montagematerial muss korrosionsgeschützt sein. Die Oberfläche der Feuchtraumpaneele ist feuchtigkeitsabweisend. Dennoch dürfen auch Feuchtraumpaneele kein direktes Spritzwasser abbekommen! Auch behandeltes Profilholz (typischerweise aus Fichte) kann mit entsprechender Konstruktion in Feuchträumen verbaut werden.


Montagemöglichkeiten & Tipps zur Wandverkleidung

Eine Vertäfelung mit Wand- und Deckenpaneelen geschieht immer auf einer Latten-Unterkonstruktion, z.B. aus gehobelten Dachlatten. Die dadurch bewirkte Hinterlüftung schützt die Wandverkleidung vor Feuchtigkeitsschäden. In Räumen mit besonders hoher Luftfeuchtigkeit (Küche, Bad etc.) kann eine sogenannte Konterlattung nötig sein – diese ist einfach eine zusätzliche, quermontierte Lattenkonstruktion über der ersten angebracht. Wichtig ist, im Auge zu behalten, dass die gewünschte Verlegerichtung der Paneele quer zu der direkt darunterliegenden Lattung erfolgt. Paneele werden nicht auf die Unterkonstruktion genagelt oder verschraubt, sondern z.B. mit Profilbrettkrallen. So wird die Oberfläche nicht beschädigt.

Paneelmontage auch alleine möglich

Die Montage ist durch den geübten Heimwerker durchaus machbar. Viele Hersteller bieten ausgeklügelte Montagesysteme, bei denen selbst Deckenpaneele durch eine einzelne Person montiert werden können, wobei es natürlich immer hilfreich ist, zwei weitere Hände zur Unterstützung zu haben.

 

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