Ratgeber Vinylböden und PVC-freie Designböden

Die Wahl des passenden Bodenbelags will wohlüberlegt sein. Schliesslich hat der Boden – als „grösstes Möbelstück“ – eine deutliche Wirkung auf die Atmosphäre des Raumes. Eine Grundlage im wahrsten Sinne des Wortes. Doch neben der reinen Optik zählen auch einige weitere Kriterien bei der Wahl der Bodensorte. Wie warm ist der Boden, wie angenehm, darauf zu laufen? Wie sieht es aus in puncto Raum- und Trittschall? Kann der Boden mit einer Fussbodenheizung kombiniert werden? Wie einfach gestalten sich Reinigung und Pflege? Ist es ein Naturboden? Und nicht zuletzt spielt natürlich auch der Preis eine Rolle. Deshalb überrascht es auch nicht, dass es so viele unterschiedliche Bodensorten gibt, und dass ständig neue hinzukommen, um Bedürfnisse und Kundenwünsche noch besser zu stillen. Auch die Bodensorte „Vinyl“ scheint eine dieser Neuerungen zu sein. Mit welcher Berechtigung man von einem „neuen“ Bodenbelag sprechen kann, und was es mit den verwandten Designböden auf sich hat, darüber informieren wir in unserem Ratgeber!

Unsere Themen in der Übersicht


Aufbau & Charakteristika von Vinylböden

Der Begriff „Vinylboden“ klingt zwar neu, aber dahinter verbirgt sich ein alter Klassiker in neuem Gewand. Denn Vinyl ist im Grunde genommen nichts anderes als PVC, ein Bodenbelag, der vor einiger Zeit ziemlich in Mode war, aber ein wenig in Verruf geraten war. Das „V“ in PVC steht tatsächlich für Vinyl (im Ganzen: Polyvinylchlorid). PVC ist ein bereits seit unzähligen Jahrzehnten bekannter Kunststoff. Das Problem: Normalerweise ist PVC recht hart und spröde. Um seine Elastizität zu erlangen, werden Weichmacher beigefügt, die vor allem vor einigen Jahrzehnten schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben konnten. Heute werden zwar nur noch streng geprüfte, unbedenkliche Weichmacher verwendet, aber dennoch entschied man sich, den Boden unter dem Label „Vinyl“ neu zu positionieren. Nicht zuletzt wurden hier vom Aufbau her neue Bodenvarianten entwickelt (z.B. Fertigvinyl auf Trägerplatte), weshalb der schicke neue Name durchaus gerechtfertigt ist.


Designböden in Abgrenzung zu Vinyl

Der Begriff „Design-Boden“ ist nicht geschützt, weshalb sich dahinter durchaus unterschiedliche Bodensorten verbergen können. Zum einen ein ganz normaler Vinylboden, gerne auch Design-Vinyl genannt. Oder ein Kunststoffboden, welcher bewusst auf PVC als Ausgangsmaterial verzichtet und einen alternativen Kunststoff nutzt (dazu später mehr). Aus unserer Sicht ist es auch am sinnvollsten, die Bezeichnung „Designboden“ in Abgrenzung zu Vinyl zu nutzen. Dennoch müssen Sie bei der Bodenwahl stets genauer hinschauen, ob sich wirklich die gewünschte Variante hinter dem Begriff verbirgt. Jedenfalls gibt es viele Einrichtungsliebhaber, die bewusst einen Bodenbelag ohne PVC suchen und trotz der strengen Auflagen in Bezug auf die Wohngesundheit bei Vinyl lieber „auf Nummer Sicher“ gehen. Es ist zweifellos bemerkenswert, dass Designböden die strengen Prüfsiegel von eco Institut oder den Blauen Engel aus Deutschland tragen, aber kein Vinylboden damit aufwarten kann. Viele Design-Böden nutzen ein besonders grosses Mass an natürlichen Stoffen und laufen mitunter sogar unter dem Begriff „Bioböden“. Designböden stehen jedenfalls der Leistungsfähigkeit von Vinyl in Nichts nach, sodass sie tatsächlich eine interessante Alternative zu Vinylböden darstellen.


Design- und Vinylböden im Vergleich mit Laminat

Grundsätzliches & Gemeinsamkeiten
Fangen wir an mit den Gemeinsamkeiten. Alle genannten Bodenbeläge sind streng genommen Kunststoffböden – bei Mehrschicht-Varianten zumindest die Oberfläche. Hier PVC oder Kunststoffe wie Polyurethan (PU) oder Polyethylenterephthalat (PET – bekannt von der gleichnamigen Mehrwegflasche). Bei Laminat ist es Melaminharz. Design-, Vinyl- und Laminatböden zeichnen sich durch eine hohe Robustheit aus, welche in der sogenannten Nutzungsklasse wiedergegeben wird. Alle drei begeistern durch höchst authentische Dekore, welche nicht nur Holz, sondern auch andere Materialien wie Stein / Marmor täuschend echt nachbilden können. Nicht nur das Aussehen, sondern auch die Oberflächenstruktur sind kaum vom Original zu unterscheiden. Durch diese Vielfalt erhält der Einrichtungsliebhaber eine Fülle an spannenden Varianten, sein Zuhause optisch ansprechend einzurichten, und gleichzeitig den Komfort eines pflegeleichten Bodenbelags zu geniessen. All diese Böden gibt es als praktisch und einfach verklickbare Mehrschicht-Variante, welche eine schwimmende Verlegung erlaubt.

Unterschiede
Vinylböden und Design-Böden bieten eine vergleichsweise weiche Oberfläche, weshalb sie zu den elastischen Bodenbelägen zählen. Laminat kann mal als elastischer, mal als Hartboden geführt werden, doch wer einmal die Probe aufs Exempel gemacht hat, wird zustimmen, dass das Label „Hartboden“ eher zutrifft. Dies ist natürlich für den Laufkomfort ein Nachteil gegenüber Design- und Vinylböden. Die harte Oberfläche führt auch zu einem höheren Raumschall. Gleichzeitig ist Laminat wesentlich kälter, da es Wärme mehr leitet als Vinyl. In puncto Komfort haben also Design- und Vinylböden die Nase vorne.

Die dickere Nutzschicht von Vinyl- und Designböden wiederum erlaubt eine tiefere Prägung der Oberfläche, was eine noch authentischere Nachbildung der Naturmaterialien erlaubt. (Unser Tipp: Besuchen Sie eine Bodenausstellung unserer HolzLand Schweiz Partner und machen Sie selbst den Vergleichstest!). Die Härte von Laminat kann allerdings ein Vorteil sein, wenn man dort schwere Möbel aufstellen möchte. Bei Vinyl kann das problematisch sein, und man sollte da eine passende Lösung finden. Allerdings gibt es Design-Böden, welche das Problem „bleibender Eindrücke“ nicht haben.

Summa summarum wäre es nicht völlig abwegig, Design- und Vinylböden als „das bessere Laminat“ zu bezeichnen. Die stetig steigenden Verkaufszahlen sprechen jedenfalls für sich. Allerdings ist Laminat im Mittel günstiger, und dadurch interessant für weniger intensiv genutzte Räume oder das Objektgeschäft, wenn der Preis im Vordergrund steht.


Verschiedene Vinylvarianten für unterschiedliche Zwecke

Vinylböden und Designböden gibt es nicht nur als Mehrschichtvariante, sondern auch in anderen Ausführungen, welche sogar die Verlegung in Feuchträumen erlauben. Hier eine Übersicht der wichtigsten Varianten:

  • Mehrschicht-Design-Vinyl: Der klassische 3-Schicht-Aufbau, wie man ihn von vielen Bodensorten kennt. Ob Kork, Parkett, Laminat oder eben auch Vinyl oder Designboden: alle gibt es mit dem Aufbau Deckschicht bzw. Laufschicht, Trägermittellage und Gegenzug. Die Deckschicht besteht aus den verschiedenen Materialien, die Trägerschicht ist zumeist eine HDF-Platte (hochverdichtete Holzfasern). Da eindringendes Wasser zu einem Aufquellen führen kann mit erheblichen Folgeproblemen, zeichnen sich hochwertige Fertig-Design- und Vinylböden durch eine besondere „Quellvergütung“ aus, welche diese Risiken verringert. Der Gegenzug sorgt für Gesamtstabilität, gerne auch in Kombination mit einer Trittschall- und Dämmschicht. Auch das beliebte grossflächige Landhausdielenformat gibt es natürlich für Vinyl- und Designböden.
  • Massivvinyl: Um Probleme mit eindringender Feuchtigkeit zu vermeiden, und für den Einsatz bei schwierigen Renovierungssituationen, gibt es massives Vinyl bzw. massive Designbodenelemente – extrem dünn mit Aufbauhöhen von lediglich 2 mm. Dies erlaubt auch ein effektives Zusammenwirken mit einer Warmwasser-Fussbodenheizung, da ein guter Wärmedurchsatz möglich ist. Vor allem auch für Feuchträume ist diese Bodenvariante hervorragend geeignet als Alternative zu kalten, rutschigen Fliesen. Massivvinyl wird vollflächig verklebt und ist durch die Möglichkeit der schnellen Flächenverlegung insbesondere für Gewerbeobjekte sehr attraktiv.
  • Massives Vinyl auf Rigid-Träger: Ist der Untergrund nicht eben, kann die geringe Aufbauhöhe von Massivvinyl auf Probleme stossen, etwa, dass sich diese Unebenheiten auf der Oberfläche abzeichnen. Auch grössere klimatische Schwankungen können Massivvinyl vor Probleme stellen. Hier eignet sich Massivvinyl auf einer starren Trägerplatte („Rigid-Träger“). Durch ihn erhält der Boden eine verbesserte Dimensionsstabilität und Auszugsfestigkeit. Ein praktischer Mehrwert stellen bei Massivvinyl auf Rigid-Trägerplatte die Klickverbindungen dar, welche eine schnelle komfortable Verlegung erlauben. Die geringe Höhe von knapp 5 mm erlaubt immer noch eine äusserst flexible Anwendung.
  • Klebesheets: Mitunter sogar noch dünner als Massivdesign/-vinyl, lassen sich die Klebesheets auch bei hohen Anforderungen an die Renovierungshöhe nutzen und sogar über einem bereits vorhandenen Boden verkleben. Sie lassen sich hervorragend für Feuchträume nutzen sowie für Gewerbeobjekte, von Gastronomie bis zu Ladengeschäften.

Wir hoffen, dass wir Ihnen Vinyl- und Designböden ein wenig näherbringen konnten. Weitere Rückfragen können Sie gerne unseren fachkompetenten Bodenberatern stellen bei Ihrem HolzLand-Partner Schweiz vor Ort! Schauen Sie doch einfach einmal bei uns vorbei und entdecken Sie aktuelle Trends und Highlights nicht nur bei Bodenbelägen.