Ratgeber Terrasse: WPC/BPC oder Holz?

Ratgeber Terrasse: WPC/BPC oder Holz?

Zweifelsohne stellt eine schöne Terrasse eine echte Bereicherung dar für jedes Zuhause. Wer den Platz hat, schafft sich ein herrliches Refugium, um alleine, mit der Familie oder auch guten Freunden die Sonne zu geniessen. Klassisch grenzt eine Terrasse direkt an das Haus an – so hat man kurze Wege, um sich zu versorgen mit Speis und Trank oder einem guten Buch. Und wenn es plötzlich anfängt zu regnen, ist man schnell wieder im Trockenen. Doch auch ein sogenanntes „Freideck“ ist natürlich möglich – eine Insel im Garten dort, wo es am schönsten ist! Gleichermassen eignen sich Terrassendielen als Poolumrandung (welche Terrassendielen sich dafür eignen, erläutern wir später im Text!). Neben den klassischen Terrassendielen aus Holz gibt es mittlerweile auch alternative Werkstoffe wie WPC und BPC. Im vorliegenden Ratgeberartikel möchten wir diese Terrassenmaterialien gegenüberstellen und die jeweiligen Charakteristika und Vorteile herausarbeiten. Abschliessend geben wir Ihnen Tipps für die Entscheidung „Holz oder WPC/BPC?“

Unsere Themen auf einen Blick:


Welche Vor- und Nachteile haben Holzterrassen?

Holz ist ein traditioneller Werkstoff, der uns Menschen seit Anbeginn der Zivilisation begleitet und umgibt. Seine Naturoptik wird als angenehm und behaglich erlebt. Auch die konstruktiven Eigenschaften von Holz überzeugen. Die hohe Stabilität bei vergleichsweise geringem Gewicht macht es zu einem universellen Werkstoff und Baumaterial. Ob als Parkettboden, Täfer oder Tür im Innenbereich oder auch als Material für Zaun, Gartenhaus oder eben für die Terrasse: Holz hat sich bewährt! Neben der ansprechenden Optik, welche auch ideal in die Welt eines Gartens passt, bietet Holz als Terrassenmaterial den Vorteil, dass es sich im Sommer nicht stark aufheizt. Das Laufgefühl wie an Deck eines Schiffes macht einfach Freude! Holz ist weiterhin als Werkstoff vergleichsweise günstig, allerdings ist der Preis einer Terrasse stark abhängig von der Holzart. Als „Nachteil“ wird bei Terrassendielen aus Holz der Pflegebedarf durch regelmässiges Ölen empfunden. Wer keine Lust hat, diesen Aufwand zu betreiben oder auch regelmässig einen Fachbetrieb damit zu beauftragen, wird sich für pflegeleichte Alternativen wie das weiter unten beschriebene WPC/BPC interessieren.

Die Holzart macht den Unterschied

Gerade im Aussenbereich können Witterung und Schädlinge Konstruktionen aus Holz zusetzen und dessen Stabilität zerstören. Wie gut sich eine bestimmte Baum- bzw. Holzart den Elementen oder auch Pilzen und holzzerstörenden Insekten widersetzt, kann sehr unterschiedlich sein! Viele Holzarten sind gar nicht erst geeignet für den langfristigen Ausseneinsatz oder müssen zumindest mit Imprägnierung und Holzschutzlasur präpariert werden. Andere Holzarten wiederum, insbesondere aus den Tropen, zeigen sich durch eine extreme Härte aus, welche durch eine hohe Roh- bzw. Faserdichte entsteht. Darüber hinaus besitzen sie zumeist holzeigene ätherische Öle, welche einen zusätzlichen Schutz bedeuten. Weiterhin bedeutet eine höhere Faserdichte auch ein geringeres Splitterrisiko.

Merke: Die Holzart hat einen entscheidenden Einfluss auf die Haltbarkeit als Holzterrasse. Die Haltbarkeit wird ausgedrückt in der sogenannten Dauerhaftigkeitsklasse – je niedriger, desto besser („1“ ist die beste, „3-4“ der absolute Mindeststandard.). Die Preisunterschiede bei Terrassenhölzern stehen in aller Regel in direkter Korrelation mit der Haltbarkeit und Lebensdauer!

Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Terrassenhölzer auch bei der Optik. Hier haben Sie die freie Wahl zwischen verschiedenen Farbtönen und unterschiedlichen Oberflächenbildern (Maserung, Vorkommen von Astlöchern etc.).

Farbe, Ölen und Vergrauen

Typischerweise vergrauen alle Holzarten über die Zeit. Die UV-Strahlung der Sonne zerstört das holzeigene Lignin, was zu einem silbergrauen Erscheinungsbild führt. Die Stabilität des Holzes wird dabei nicht beeinträchtigt. Tatsächlich mögen viele Gartenliebhaber diese natürliche Holzfärbung. In diesem Fall empfehlen wir ein farbloses Öl, welches die Terrassendielen pflegt, schützt und gleichzeitig ein Vergrauen ermöglicht. Wer einen bestimmten Farbton erhalten möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen pigmentierten Ölen, welche man ganz nach Gusto einsetzen kann: ob möglichst nahe am Grundton des Holzes oder davon abweichend.


In welchen Ausführungen gibt es Holz für die Terrasse?

Klassisch ist natürlich das Format der Terrassendiele, ähnlich der Planken auf einem Segelschiff. Die Breite der Dielen liegt klassisch bei knapp 14 cm. Die Oberfläche ist meist geriffelt oder genutet, doch auch eine glattgehobelte Oberfläche wie bei Parkett hat ihren besonderen Charme. Speziell bearbeitete Oberflächen im Wellenstil, gebürstet oder geschroppt bieten einen besonderen handwerklichen Charme.

Interessanterweise ist das Rutschrisiko bei glatten Terrassenoberflächen nicht wirklich höher als bei geriffelten. Stattdessen lassen sich glatte Terrassendielen leichter reinigen und so auch einfacher Mikrobeläge wie winzige Algen entfernen, welche hauptsächlich für eine rutschige Oberfläche sorgen – auch bei geriffelten oder genuteten Dielen!

Klassischerweise werden Terrassendielen von oben verschraubt auf einer Unterkonstruktion. Besonders edel sieht eine unsichtbare Befestigung mit Klammern/Clips aus, insbesondere bei glatten Terrassendielen. Allerdings eignen sich nicht alle Terrassenhölzer dafür, insbesondere keine stark „drehwüchsigen“ Holzarten wie Cumaru. Sprechen Sie den Profi vom Fach an, am besten in einem Holzfachhandel!

Terrassenplatten / Holzroste

Wenn Sie weniger Platz zur Verfügung haben, etwa auf einem kleinen Balkon, oder auch eine verwinkelte Fläche mit vielen „Inseln“, können quadratische Terrassenplatten eine sinnvolle Alternative sein. Weiterhin lassen sich diese ohne Unterkonstruktion auf einem geeigneten ebenen Untergrund ganz einfach miteinander verbinden – ganz ohne Werkzeug!


Was sind Vor- und Nachteile bei WPC/BPC-Terrassen?

WPC und BPC fallen unter die Kategorie „naturfaserverstärkte Kunststoffe“. Ein hoher Anteil an Naturfasern, ob aus Holz (WPC) oder Bambus (BPC), wird zusammen mit Polymeren und Additiven zu einem Werkstoff verarbeitet, der einerseits eine weitgehend natürliche Optik bietet, andererseits gegenüber Holz einige Vorteile bietet, die für den Gartenliebhaber von Interesse sind. So müssen Terrassendielen aus WPC/BPC nicht regelmässig geölt werden, um sie vor dem Vergrauen oder anderen Witterungseinflüssen zu bewahren. Dank ihrer Beschaffenheit können sie mit edlen Harthölzern mithalten, was die Dauerhaftigkeit betrifft. Insbesondere hochwertige WPC/BPC-Dielen punkten überdies mit einer weitgehenden Splitterfreiheit: ein Barfussvergnügen vor allem für kleine Kinder und, zusammen mit der hohen Feuchtigkeitsresistenz, perfekte Voraussetzungen als Poolumrandung. (Wer bei Terrassendielen aus Holz kein Splitterrisiko möchte, muss schon sehr ausgewählte Dielen wählen (vorzugsweise gebürstetes, dichtfaseriges Hartholz) und sie regelmässig durch Ölen geschmeidig halten.) Allerdings heizen sich WPC/BPC-Dielen mehr auf als Holzdielen – je dunkler, desto mehr. Auch ein höherer Polymer-Anteil steht in Verbindung mit einem stärkeren Aufheizen, was natürlich das „Barfussvergnügen“ einschränken kann an heissen Tagen und direkter Sonneneinstrahlung.

Weiterhin weisen WPC/BPC-Dielen ein geringes Quell- und Schwindverhalten auf und lassen sich sehr gut verarbeiten – auch dank der exakten Dimensionen des Werkstoffs.

Auch das Aussehen von hochwertigen WPC/BPC-Dielen hat seine Vorzüge. So gibt es durchgefärbte Varianten mit eleganten Naturfarbtönen von Grau und Beige bis Dunkelbraun und Anthrazit. Weiterhin sind sehr breite Dielenformate möglich – in Kombination mit einer unsichtbaren Clip-Befestigung eine äusserst ansprechende Terrassenoptik!


Welche Varianten gibt es bei WPC/BPC-Dielen?

Wie schon erwähnt, gibt es WPC/BPC-Dielen in sehr unterschiedlichen Dielenformaten, inklusive einem sehr reizvollen XXL-Format. Die Oberfläche hat die gleichen Varianten wie Holzdielen: von geriffelt und genutet bis glatt, gebürstet und mit feinen bis tiefen Strukturen. Es gibt sie auch als praktische Terrassenplatten für Balkon oder verwinkelte Flächen.

Ein wesentlicher Unterschied besteht bei WPC/BPC darin, ob Hohlkammer- oder Massivprofile verwendet werden. Erstere sind leichter und günstiger in der Anschaffung, dafür gilt es in besonderem Masse, diese sorgfältig zuzuschneiden und offenliegende Hohlkammern mit den entsprechenden Winkeln und Profilen zu verschliessen, um Feuchtigkeitsschäden zu verhindern, oder aber – mit dem entsprechenden Gefälle – offenzulassen, damit Wasser abfliessen kann.

Co-extrudierte WPC/BPC-Dielen

Hier sorgt eine zusätzliche, allseitige Ummantelung für einen erhöhten Schutz. Die Dielen sind dadurch widerstandsfähiger und Verschmutzungen können sich nicht so einfach festsetzen. Die Reinigung ist besonders einfach und komfortabel! Die wasserabweisende Oberfläche erlaubt auch eine Terrassenkonstruktion ohne das ansonsten gebotene Gefälle von ca. 2 %, damit Wasser ablaufen kann.


Welches Terrassenmaterial ist für mich besser: Holz oder WPC/BPC?

Die optimale Wahl beim Terrassenmaterial hängt von Ihren Wünschen und Anforderungen ab und natürlich auch vom geplanten Budget. Holzdielen sind vergleichsweise günstig (abhängig von der Holzart), doch sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie bereit sind, Ihre Terrasse in regelmässigen Abständen zu ölen (1-2-mal im Jahr). Dies schützt vor dem Vergrauen, Witterungseinflüssen und hält das Holz geschmeidig. Auch eine übermässige Splitterbildung wird verhindert. Viele wählen Terrassendielen aus Holz, weil sie zu 100 % ein Naturprodukt sind. Wichtig ist bei der Auswahl, dass man abhängig von den Umgebungsfaktoren bei Ihnen zuhause die ausreichend dauerhafte Ausführung wählt. Hier bewährt sich das Gespräch mit einem Fachberater!

Terrassendielen aus WPC/BPC wiederum sind für alle, die es einfach und pflegeleicht möchten. Der Boom von Produkten aus WPC/BPC spricht eindeutig dafür, dass dies für viele Menschen ein Bedürfnis darstellt. Eine hohe Dauerhaftigkeit, einfache Verlegung, schöne Optik: WPC/BPC-Dielen vereinen viele Vorteile. Allerdings empfiehlt es sich hier, unbedingt auf bewährte Markenqualität zu setzen, denn eine schlechte Qualität, etwa von den verwendeten Polymeren, kann sich sehr nachteilig auswirken auf Haltbarkeit, aber auch auf die Farbkonsistenz über die Jahre.